Die Zustände in Österreich
Traurig, aber wahr: auch das öffentlich-rechtliche Radio in Österreich zahlt seinen freien Mitarbeitern nur Micker-Honorare, die kaum für den Lebensunterhalt reichen.
Traurig, aber wahr: auch das öffentlich-rechtliche Radio in Österreich zahlt seinen freien Mitarbeitern nur Micker-Honorare, die kaum für den Lebensunterhalt reichen.
Achja, die Welt könnte so schön sein - wenn die ganzen Selbständigen Deutschlands nicht den Porsche in der Garage oder den Rembrandt an der Wand als ihre Altersvorsorge ausgeben würden. Und deshalb fordert Frau von der Leyen in einem Interview mit der Wirtschaftswoche die Pflicht zur Altersvorsorge für Selbständige. Zitat:
“Die Selbstständigen müssen sich zurzeit nicht rentenversichern. Sollten sie?”
“Von den viereinhalb Millionen Selbstständigen ist nach Schätzungen nur eine Million in der gesetzlichen Rentenversicherung oder einem berufsständischen Versorgungswerk abgesichert.”
Aha. Weil von den viereinhalb Mio. Selbständigen nur eine Million abgesichert ist, schlussfolgert die Frau Ministerin, dass der Rest sich einfach nur vor der Zahlung drückt, um dann später als “Trittbrettfahrer” (ja, diesen Begriff verwendet sie) aufzutauchen und bei der Gemeinschaft abzukassieren.
Dass sehr viele Selbständige nicht aus Jux und Dollerei nichts einzahlen, sondern weil neben Bürokosten, Miete und Krankenversicherung auch noch Geld für Lebensmittel aufzubringen ist, so dass eine regelmäßige Zahlung über einen langfristigen Zeitraum gar nicht gewährleistet werden kann, hat sie noch nicht mitbekommen. Sorry, liebe Politiker, aber wer sich unter Kreativen und Medienschaffenden umsieht, wird erkennen, dass es nicht die übliche Ärzte- und Steuerberater-Klientel ist.
Und mal wieder die Frage: wieso sind eigentlich die Honorare von Ärzten und Steuerberatern geschützt und die aus anderen Branchen nicht???
Nach längerer Blog-Abstinenz hier mal wieder eine kurze Meldung: Kameraleute protestieren gegen die Entlohnung, die dem Stand vor 20 Jahren entspricht. Freie Kameraleute müssen dafür noch regelmäßig in teures Equipment investieren. Da reicht es dann wirklich kaum noch zum Leben - hier geht es zum Artikel …
Die letzte Zeit war angefüllt mit Arbeit, da blieb keine Zeit mehr fürs Blog. Hat sich viel getan? Da ich kaum noch Zeit für ein Schwätzchen mit Freelancer-Kollegen habe, ist mir nicht viel Neues untergekommen. Vor einiger Zeit hat ein BGH-Urteil zur Übersetzertätigkeit die Runde gemacht. Wer davon noch nichts gehört hat, findet hier in diesem ZEIT-Artikel die wichtigsten Infos.
Ein Kollege (Danke, Gerhard!) hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass auf journalismus.com heiß diskutiert wurde, ob es überhaupt wert und erwünscht ist, Job-Angebote mit einem Honorar von 3 Cent pro Wort im Forum einzustellen. Die Mehrheit meinte: Nein. Die Argumente zum Mehrheits-Nein und Minderheits-Ja gibt es direkt im journalismus-com-Forum.
Wann ich wieder dazu komme zu posten, steht in den Sternen. Wem das zu ungewiss ist, darf sich gern mit eigenen Beiträgen beteiligen. Wer hat beim Thema Honorare besonders üble (oder auch beispielhaft gute) Erfahrungen gemacht (oder davon gehört) und möchte darüber berichten? Kurze Mail über das Kontaktformular genügt …
Diese Woche bin ich gleich von zwei Seiten kontaktiert worden, weil ich auf den Webseiten zwei Verbände nicht genannt habe. Ich werde es irgendwann in den nächsten Tagen nachholen (ab Anfang Dezember müsste ich etwas mehr Luft haben), vorab schon mal die Links hier im Blog: