Faire Honorare - Blog

14. Dezember 2008

Die eine Rechnung kann ich abschreiben …

Abgelegt unter: Auftraggeber, Erfahrungen, Fehler/Lehrgeld — Tags:, , , — pwinkler @ 00:49

Mit nicht oder nur teilweise bezahlten Rechnungen habe ich zum Glück nur selten zu tun. Nach langer Zeit ärgere ich mich aber mal wieder über so einen Fall. Die Rechnung aus dem Jahr 2005 (siehe den Eintrag vom 22.06.08) muss ich leider zu einem Teil abschreiben. Sachverhalt war damals, dass ich von einer kleinen Agentur beauftragt worden war, aber mit dem Kunden direkt abrechnen sollte. Nachdem sich der Kunde beharrlich in Schweigen gehüllt hat, habe ich nun Kontakt zur Agentur aufgenommen. Die gibt es nicht mehr. Stattdessen eine Ex-Agenturinhaberin, der das alles sehr leid tut, die aber meinte, bei dem Kunden sei wohl so schnell nix zu holen, weil (nach ihren Quellen) inzwischen am Rande der Insolvenz. Jetzt zahlt sie mir was aus der eigenen Tasche, aber leider nur knapp die Hälfte.

Mit dem Ärger über das verlorene Geld habe ich mal Revue passieren lassen, wie oft mich dieser Ärger schon getroffen hat. Nächstes Jahr bin ich zehn Jahre selbständig. In dieser Zeit ist dies nun der ungefähr dritte Fall des Nichtzahlens. Ungefähr drei deshalb, weil ich nicht so recht weiß, ob ich einen vierten und fünften Fall mit reinzählen soll, wo ich probehalber Text geliefert habe, Auftrag und damit Honorar kam jedoch nie. Okay, da habe ich zwar eine Leistung gebracht und nix bekommen, aber das war ja (noch) kein Auftrag. Bei den anderen drei Fällen waren es richtige Aufträge, da ärgert’s dann schon.

Womit ich mich tröste: insgesamt sind es nicht mehr als 2.000 Euro gewesen, die ich abschreiben musste. Das auf die Zeit umgerechnet, ist wohl noch im Rahmen. Da habe ich bisher Glück gehabt. Es gibt Freelancer, denen Hunderte oder gar Tausende von Euro verloren gegangen sind. Gerade wenn noch Leistungen hinzugekauft werden, kommen schnell Summen zusammen, die für einen einzelnen Freelancer tödlich sein können. Da sollte man wirklich auf Abschlagszahlungen zwischendurch bestehen. Damit es am Ende nicht ganz so dick kommt.

13. August 2008

Manchmal gibt es Tage …

Abgelegt unter: Allgemein, Erfahrungen, Fehler/Lehrgeld — Tags:, , , , — pwinkler @ 23:21

Manchmal – und manchmal hat man das Gefühl auch öfter mal – gibt es Tage, an denen es viel Arbeit für null Honorar gibt. Da telefoniert man wegen eines Jobs, der demnächst losgeht. Dann ruft ein Kunde an und will etwas wissen über einen zurückliegenden Job. Eine Mail kommt rein und will beantwortet werden. Für ein Interview versucht man, einen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen. Dann kommt ein Anruf, ich möge doch bitte die eine Datei von dem Job im letzten Jahr nochmal rausschicken, mein lieber Kunde findet das gerade nicht. Dringend ist es auch. Also sortiere ich mich durch meine Festplatte durch, nein, nichts zu finden, das ist bereits extern gespeichert, also die externe Festplatte anwerfen, mich dort durch die Ordner durchwühlen, bis die gewünschte Datei gefunden ist, dann ins Mail-Programm, ein Mail-Begleitschreiben zum Dateiversand runtertippen und die Mail mit Anhang auf die Reise schicken. Mit solchen Verrichtungen ist dann ruckzuck der halbe Tag rum. Neben ein paar kleinen Erledigungen (die aber nicht richtig zu Buche schlagen) auch einige Service-Leistungen für Kunden, die irgendwie zu klein sind und (für sich allein gesehen) viel zu geringen Aufwand erfordern, um diese Mini-Services in Rechnung zu stellen. Nur: in ihrer Gesamtheit summieren sich die vielen kleinen Extras spürbar. Ärgerlich, wenn dann ein Job auf dem Tisch liegt, der mehrere Stunden ungeteilte Aufmerksamkeit fordert. Am späten Nachmittag damit anzufangen, rentiert sich nicht mehr. Kaum wäre ich im Thema drin, müsste ich auch schon wieder aufhören. Also verschiebt man diesen Job auf morgen. Und hofft, dass dann nicht so viele unbezahlte Gefälligkeiten als Extra-Service auftauchen.

1. Juli 2008

Unbezahlter Leerlauf

Abgelegt unter: Akquise, Auftraggeber, Erfahrungen, Fehler/Lehrgeld — Tags:, , , — pwinkler @ 23:37

Dieser Tage läuft es grad blöd. Vor etwa drei Wochen habe ich von einer Agentur, mit denen ich schon lange zusammenarbeite, drei neue, recht umfangreiche Jobs angekündigt bekommen - und alles sollte in den nächsten Tagen anfangen und baldmöglichst fertig werden. Oje, dacht ich, das wird dann aber zeitlich eng. Bei einer anderen Agentur habe ich daraufhin signalisiert, dass ich erst ab August wieder Kapazitäten frei hätte.

Tja, und nun iss nix geworden. Den einen Auftrag habe ich begonnen und dann festgestellt, dass jede Menge Infos fehlen. Also Rücksprache mit der Agentur, die sich dann mit dem Kunden in Verbindung gesetzt hat. Dort war aber der Ansprechpartner krank. Diese Woche ist er wieder am Schreibtisch und wenn es gut läuft, bekomme ich die Infos bis Ende der Woche - drei Wochen, nachdem ich eigentlich schon fertig sein wollte.

Bei den zwei anderen Jobs ist ein anderer Projektleiter zuständig, der war zuerst ständig in Gesprächen oder unterwegs und jetzt hat er sich ganz hektisch in den Urlaub verabschiedet, die zwei anderen Jobs werden also bis zu seiner Rückkehr liegenbleiben.

So habe ich jetzt ein paar Tage Leerlauf. Leider wohl nicht genug, um bei der anderen Agentur anzuklopfen. Bis es da zu einem Briefinggespräch kommt und ich loslegen könnte, dürfte auf der anderen Seite der Urlaub zu Ende gehen bzw. das Informationsdefizit behoben sein. Und dann hätte ich ein richtiges Problem, nämlich zu viele Jobs gleichzeitig (oje, immer dieses Hin- und Herjonglieren).

Also nutze ich die Gunst der Stunde, um mich um all die liegengebliebenen Sachen auf meinem Schreibtisch zu kümmern. Einige sind inzwischen von der Kategorie “wichtig, nicht vergessen” in “gaaanz dringend erledigen”. Leider sind das alles Arbeiten, für die ich niemandem eine Rechnung schreiben kann. Eine Versicherung will was wissen wegen neuer Vertragskonditionen, ich muss mich dringend um die Buchhaltung kümmern und schließlich gibt es noch die drei Jahre alte Rechnung (siehe der letzte Eintrag), für die ich noch kein Geld gesehen habe, da habe ich mal unter dem Stichwort “Factoring” gegooglet, bis ich festgestellt habe, dass Factoring für eine ganz andere Größenordnung gemünzt ist, daraufhin habe ich nach “Inkasso” gegooglet und mich in dieses Thema eingelesen - und schwuppdiwupp waren schon wieder zwei halbe Arbeitstage vorbei. So recht entscheiden konnte ich mich für keinen der Inkassodienste, wer also einen Tipp hat, gern.

Jedenfalls plage ich mich seit Tagen mit zähem Zeug herum, anstatt mich um meinen eigentlichen Job kümmern zu können. Und am meisten nervt mich, dass diese ungeliebten Zeitfresser-Aufgaben nicht einen Cent einbringen.

Hoffentlich geht es mit den Jobs bald los, damit ich einen guten Grund habe, diesen ganzen lästigen Verwaltungskram wieder auf die Seite zu legen. Das ist echt nicht mein Ding …