Studie zu Einkommensverlusten durch Corona

Wir haben es alle gewusst, jetzt wird es durch eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung bestätigt: Selbständige haben in der Corona-Pandemie zum Teil massive Einkommensverluste hinnehmen müssen. Und da sie in der Regel keine soziale/finanzielle Absicherung haben, wird das viel schneller als bei Angestellten zur Frage der wirtschaftlichen Existenz.

Die Studie zeigt anhand verschiedener Zahlen die Unterschiede zwischen Angestellten und Selbständigen auf, Solo-Selbständige ohne eigene Angestellte wurden dabei gesondert berücksichtigt.

Interessant ist die Forderung, dass Selbständige sozialrechtlich besser abzusichern wären, indem Lücken in den Sozialversicherungssystemen geschlossen werden sollten: Wichtig wäre beispielsweise eine Altersvorsorgepflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, der fehlende Arbeitgeberanteil ließe sich durch Steuerzahlungen bzw. Zuschüsse ausgleichen. Die Krankenkassenbeiträgen sollten das tatsächliche Einkommen berücksichtigen. Auch eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung wäre zu diskutieren.

Ein letzter Punkt zur Verbesserung der Situation wären die in manchen Sparten eingeführten Tarifverträge für Solo-Selbstständige, deren Einkommen zu mindestens einem Drittel von einem Auftraggeber stammt. Die Regelungen ließen sich beispielsweise auf den Bildungssektor ausweiten und auch – was wiederum für Medienschaffende interessant sein dürfte – auf diejenigen, die ihre Leistungen über Plattformen verkaufen.

Wer es ganz genau wissen möchte, findet die Studie hier:

Karin Schulze Buschoff, Helge Emmler: Selbstständige in der Corona-Krise, WSI Policy Brief Nr. 60, September 2021. Download: https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008112

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