Mindestlohn für Solo-Selbständige?

Tja, für Angestellte im Niedriglohnbereich will die GroKo (sofern sie tatsächlich zustande kommt) den Mindestlohn einführen. Leider gibt es mit den Solo-Selbständigen dann immer noch eine große Gruppe von Menschen, die nach dem Abzug ihrer Kosten und bei Umlegung ihrer Einnahmen auf die Arbeitszeit unter diesem Mindestlohn liegen. Das betrifft nicht nur die Selbständigen in Kreativ- und Medienberufen, sondern auch in ganz anderen Branchen. Auf Spiegel Online ist heute ein Artikel dazu erschienen mit einem Kernpunkt, der eben auch die Medienleute und Kreativschaffenden betrifft:

Ein Problem: Viele Solo-Selbständige sind nicht abgesichert, wenn sie krank werden. Sie könnten keinerlei Rücklagen bilden … Dem Großteil von ihnen drohe zudem Altersarmut. Manche zahlten sogar überhaupt nicht in eine Rentenversicherung ein. “Das ist eine demografische Zeitbombe.”

Das mit der demografischen Zeitbombe scheint den Politikern noch nicht so ganz klar zu sein. Irgendwie schielen die immer nur auf die nächsten vier oder fünf Jahre – der Horizont reicht eben nur zur nächsten Wahl. Ich kenne aber doch recht viele Lehrkräfte, Dozenten, Grafiker, Texter, Webdesigner und andere Solo-Selbständige, bei denen vielleicht genug zum Leben reinkommt, aber auf keinen Fall genug um vorzusorgen. In zwanzig oder dreißig Jahren, wenn diese Heerschar der Solo-Selbständigen ins Rentenalter kommt, wird das ganz schön die Staatskasse belasten. Mal schauen, ob den Politikern vielleicht doch noch etwas dazu einfällt. Vielleicht dämmert es ihnen aber auch erst in der überübernächsten Legislaturperiode, was da auf uns zukommt …

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